November 2001:

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Burger beziehen sich zwar erst auf ca. 4500 Kilometer, ich bin jedoch sehr überrascht über die Reisequalitäten dieses Rollers. Das cruisen über idyllische Landstraßen beherrscht er genauso wie die zügige Fahrt auf der Autobahn. Nur die Kurzstreckentauglichkeit wird durch die Größe und das Gewicht etwas gedrückt.

Gleich nachdem ich den Roller erwarb, ließ ich leichtere Variorollen (16g) einbauen. Seitdem war der Anzug auch auf dem Niveau, welches ich erwartet hatte. Die Höchstgeschwindigkeit von echten 153 Km/h überschreitet die Werksangabe beachtlich.

Bisher hat sich der Verbrauch bei doch recht zügiger Fahrweise und Sozia bei 4,6 Litern eingependelt. Bei betont ruhiger Fahrweise sind auch 3,7 Liter/100Km möglich. Für eine Vollgasorgie auf der Autobahn folgt die Quittung an der Tankstelle – 6 Liter gluckern dann locker durch den Vergaser.

Da es jetzt auf die kalten Monate im Jahr zugeht, habe ich mich entschlossen, Heizgriffe zu montieren. Die Saito-Griffe, die man bei Louis kaufen kann, sind mit 49,95 Mark recht preiswert und haben zudem drei Heizstufen anzubieten. Die Monate erweist sich als nicht ganz unproblematisch. Links lässt sich der Heizgriff recht gut über den Lenker schieben. Am Gasgriff muß jedoch mit Teppichmesser und Feile gearbeitet werden. Danach passt aber auch der Gasgriff perfekt.

Leider geht der Roller in der Warmlaufphase an den ersten Ampeln immer aus.

   

Dezember 2001:

Der Roller hat jetzt 5400 Kilometer runter. Seltsamerweise läuft er bei den Temperaturen im Dezember (0 bis –10 Grad) besser als im November bei ca. 5°C. Er geht an keiner Ampel aus. Ich vermute, daß es daran liegt, daß der Roller gar nicht aus dem Regelbereich der Startautomatik herauskommt. Da sich das auf den Benzinverbrauch niederschlagen könnte, habe ich vor, die Leerlaufdrehzahl nochmals zu erhöhen und einen noch größeren Anteil des Kühlers abzukleben.

Leider ist mir bei den Minusgraden das Helmfach unter der Sitzbank zugefroren. Als ich es mit Hilfe des Föns wieder aufbekommen hatte, sprühte ich alle beweglichen Teile des Schlosses und der Verriegelung mit MOS2 ein. Nun geht es auch bei –10°C problemlos auf. Man sollte vor Anbruch des Winters darauf achten daß diese Teile nciht mehr feucht sind. Auf Waschen bei Minusgraden habe ich seitdem verzichtet.

 

  Mai 2002:

Auf dem Tacho stehen 10.800 Kilometer. Der erste Hinterreifen hat ca. 8000Km gehalten, die Variorollen von Malossi (16g) ebenso. Die jetzt vorhandenen 18g-Rollen entpuppten sich als nicht sonderlich sportlich bei Passfahrten. Ich habe vor, die Original-Rollen auf 17g bohren zu lassen und sie mit dem Multivar2000 zu ergänzen. Ansonsten läuft der Roller prima und braucht im Schnitt 4,5 Liter bei sportlicher Fahrweise.

 

Juli 2002:

Ich bin kurz vor der 18.000Km-Inspektion und der Roller läuft besser denn je. Das Multivar mit den 17g-Rollen machen aus dem anfangs recht trägen Burger eine wirklich sehr flotte Angelegenheit. Aus Erfahrung kann ich nun sagen, daß man schnelle Touren mit Begleitern wie Freewind 650 oder TDM 850 nicht zu scheuen braucht. Der Burgy nimmt die Kurven zwar nicht ganz so gelassen wie ein Motorrad, beschleunigt aber am Kurvenende durch die perfekte Übersetzung so vehement daß die Motorräder erstmal das Nachsehen haben. Einfach Gas aufreißen und loslegen - kein Sortieren der Gänge wie beim Motorrad.

Der zweite Hinterreifen muß nun auch ausgetauscht werden. Er hat somit 10.000Km gehalten - bei recht zügiger Fahrweise. Der Durchschnittsverbrauch liegt auch mit Multivar bei 4,5 Litern.

 

August 2002:

Die 18000Km-Inspektion ist über die Bühne. Der Roller gibt mir keinen Grund zum Meckern - wohl aber die Werkstatt. Nachdem die Werkstatt in Karlsruhe den Leerlauf bei der 12000er zu niedrig eingestellt hat, drehten mir die Mechaniker in Eimeldingen bei der 18000er die Stellschraube ins andere Extrem. Schon bei Leerlaufdrehzahl wollte der Roller losfahren und man musste stets die Bremse ziehen. Bei Abholung war das Abblendlicht defekt (leider erst später gemerkt) und der Scheinwerfer war viel zu tief eingestellt. Der Auspuff war lose. Die Feststellbremse war nicht nachgestellt. Also hab ich nach der Inspektion erstmal:

Sowas ist nicht nur ärgerlich sondern lässt einen auch an der Rechtfertigung der gesalzenen Inspektionspreise zweifeln. Über den Roller kann ich aber wie gesagt nicht klagen - er läuft wie ein Uhrwerk. Der zweite Hinterreifen hielt trotz Multivar und sportlichen Ambitionen des Fahrers :-) immerhin 10.000Km. Ich habe zur Probe mal das Resonanzrohr im Luftfilterkasten entfernt. Der Roller hörte sich an wie eine aufgemotzte 600er - also schnell wieder rein mit dem Ding. Ich hab das Resonanzrohr allerdings etwas gekürzt - obenrum läuft er jetzt etwas freier.

 

April 2003:

Ich bin mit dem Roller gut über den Winter gekommen. Bei den Minustemperaturen hütete ich mich, das Gefährt zu waschen. Zu groß ist die Gefahr, daß man am nächsten Morgen weder Helmfach noch sonst irgendwas aufbekommt (Gefahr des Zufrierens). Das Multivar2000 hat nun 18.000Km runter und muß ausgewechselt werden. Ebenso der Antriebsriemen.  Es fällt der stark von der Gashand abhängige Ölverbrauch auf. Bei normalem Tempo bis maximal 130 ist kaum Ölverbrauch festzustellen. Nimmt man den Burgy jedoch richtig her, so sind bis zu 300ml auf 1000Km fällig.

April 2003 nach der 30K Inspektion:

Der Burgman fährt sich wieder super. Neuer Antriebsriemen, neue Fliehkraftrollen, neues Multivar2000, neue Reifen. Die "Kur" hat sich jedenfalls gelohnt. Die Beschleunigung und der Anfahrkomfort sind um Längen besser als kurz vor der Inspektion. Tja, Verschleiß ist eben auch beim Fahren durchaus spürbar.

 

Juli 2003 nach der 35K Inspektion:

Es gab neue Bremsbeläge und schon wieder einen neuen Auspuff. Ansonsten ist der Roller fit für die letzte große Ausfahrt. Wir wollen an die Cote d`Argent (bei Bordeaux). Nach dieser Tour tausche ich den Roller gehen die Pan European ein.